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Stutenfamilien – Tb-Families

 

Der Standard für die Bewertung von Vollblütern in direkter weiblicher Abstammung, der zunächst darauf beruhte, jeden Sieger der fünf englischen klassischen Rassen bis zu den frühesten aufgezeichneten Stuten zurückzuverfolgen, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Bruce Lowe entwickelt. Wie sich später herausstellt, haben Genetiker herausgefunden, dass mitochondriale DNA, die von Mutter zu Tochter weitergegeben wird, eine gültige Methode zur Verfolgung von Populationsveränderungen bei allen Arten, einschließlich Vollblütern, darstellt.

 

Bruce Lowe versuchte also die Gründerstuten nach den Erfolgen ihrer Nachkommen auf der Rennbahn oder in der Zucht zu klassifizieren. Damals identifizierte Bruce Lowe ungefähr 50 Stuten, denen er Familiennummern gab, ähnlich einem numerischen Nachnamen. Diese Familiennummern werden heute noch verwendet. Die Familiennummern, die üblicherweise zur Bezeichnung der verschiedenen reinrassigen weiblichen Familien verwendet werden, wurden von Bruce Lowe, einem australischen Stammbaumforscher am Ende des 19. Jahrhunderts, populär gemacht. Lowes Werk „Breeding Horses by the Figure System“ wurde 1895 posthum von seinem Freund und Herausgeber William Allison veröffentlicht. Er hatte die Stammbäume der vollständigen Liste der Gewinner der ältesten englischen Klassiker, der St. Leger Stakes, der Epsom Derby Stakes und der Epsom Oaks, zurückverfolgt und sie nach direkten Linien weiblicher Abstammung von der Mutter bis zur Großmutter und weiter zurück bis zum ersten identifizierbaren Familiemitglied in weiblicher Linie zurückverfolgt. Anschließend ermittelte er die Anzahl der von jeder Familie produzierten klassischen Gewinner und listete sie in absteigender Reihenfolge auf. Die Familie mit den klassischsten Gewinnern, die von Tregonwells natürlicher Barb-Stute abstammt, wurde als Familie Nr.1, die Burton Barb-Stute als Familie Nr.2 usw. bezeichnet. Die daraus resultierenden zunächst 43 nummerierten Familien wurden zum Kern seiner Studie, und während sich nur wenige tatsächlich an Lowes resultierende Theorie halten, verwenden viele seine Familiennummern immer noch als bequeme Möglichkeit, Vollblutfamilien zu kategorisieren.

 

Herman Goos, der erstmals 1885 eine umfassende Sammlung von Stammbaum-Tabellen veröffentlicht hatte, erhöhte die Anzahl der Lowe-Familien auf fünfzig. Lowes Theorie ging weit über die Identifizierung weiblicher Stämme hinaus. Von diesen Familien stellte er fest, dass insbesondere 9 für die Zucht von Top-Rennpferden unverzichtbar zu sein schienen, und teilte diese in zwei Klassen ein: running = Rennen (Familie Nr. 1, 2, 3, 4 und 5) und Sire = Hengst (Familie Nr. 3, 8, 11, 12 und 14) oder wie Lowe sie vorausgesehen hat, weiblich und männlich. Seine Theorie, die zu komplex ist, um sie hier in Beziehung zu setzen, basierte darauf, die "weiblichen und männlichen Faktoren" auszugleichen, indem diese beiden Klassen von Familien als Kern für gute Paarungen verwendet wurden.

 

1931 erweiterten die von der Gesellschaft zur Förderung der Pferdezucht in Polen veröffentlichten tabellarischen Stammbäume von Vollblutpferden (die "polnischen Tabellen") die Tabellierung erfolgreicher Rennpferde auf globaler Basis. Diese wurden von Kapitän Kazimierz Bobinski und Graf Stefan Zamoyski im ersten Band der Familientabellen der Rennpferde (1953) erweitert, in dem die Familien zusammengestellt und ihre Abstammungslinien detailliert beschrieben wurden. Ergänzende Bände wurden bis 1963 veröffentlicht. Untersuchungen ergaben, dass einige Familien von Bruce Lowe auf eine gemeinsame weibliche Vorfahrin zurückgingen und daher miteinander verbunden waren. Andere Gruppen von Stuten wurden hinzugefügt, um die globale Natur des Vollbluts zu berücksichtigen.

 

Um mehr Pferde unterzubringen, wurde das Zahlensystem von Bruce Lowe wie folgt erweitert:

 

  • die Familien 1-74 gehen direkt auf eine Stute im General Stud Book zurück

    • Familien 1-49 sind nach Lowe und Goos nummeriert

    • Familie 50 wurde wieder zu Familie 13 geordnet

    • Familie 51 besteht aus den Nachkommen der König Wilhelm IV. Arabian Mare (wie in Keylock)

    • die Familien 52-74 konnten später ebenfalls auf Stuten des General Stud Book zurückgeführt werden

  • Familien Ar1-Ar2 sind argentinische Familien

  • die Familien P1-P2 sind polnische Familien

  • die Familien A1-A90 stammen von American Stud Book-Stuten ab, die nicht auf die GSB zurückgeführt werden können, aber als Gründungsstuten akzeptiert werden

  • die Familien C1-C74 werden im australischen Zuchtbuch als genehmigte Kolonialfamilien beschrieben

    • die Familien C17-C33 stammen von australischen und neuseeländischen Stuten ab, die nicht auf die GSB zurückzuführen sind

  • die Familien B1-B26 gehen direkt auf Priores Halbblut-Zuchtbuch zurück

  • die Familie Ur1 ist eine von Gustavo Mendez und Tom Viebke 2001 identifizierte uruguayische Stutenlinie

 

Im Jahr 1990 veröffentlichte die Societe d'Encouragement pour l'Amelioration des Races de Chevaux in Frankreich Band III der Familientabellen der Rennpferde, in dem die Informationen aktualisiert wurden, um die Rennergebnisse und die wachsenden Zweige weiblicher Familienlinien in den dreißig Jahren seit 1963 zu erfassen. Nachdem Bobinski 6 oder 7 Updates herausgegeben hatte, veröffentlichte er die Familientabellen 1963 als Vol. II. Nach dem Tod von Bobinski erwarb Toru Shirai von der japanischen Bloodstock Agency das Copyright 1988. Er gab Band III der Familientabellen heraus. Im Jahr 2004 veröffentlichte der japanische Züchterverein Bloodhorse Breviers Band IV der Familientabellen der Rennpferde.

Gründerstuten
Tb1 - Tregonwell’s Natural Barb Mare geb. ca.1670 Schimmel Abstammung unbekannt

Die Familie 1 nimmt im klassischen Bruce-Lowe-System eine herausragende Stellung ein. Bruce Lowe ordnete die Familien ursprünglich nach der Anzahl klassischer Sieger; Familie 1 rangierte dabei an der Spitze. Auch wenn diese Methodik heute historisch betrachtet wird, hat sich die außerordentliche Bedeutung der Familie 1 langfristig bestätigt.

Familie 1 ist:

  • eine der ältesten dokumentierten Tail-Female-Linien,

  • außergewöhnlich weit verzweigt,

  • bis heute hochaktiv und leistungsprägend.

Tregonwells Natural Barb Mare gehörte möglicherweise ursprünglich Herrn Tregonwell aus Dorset, dem Großvater mütterlicherseits des berühmten Trainers Tregonwell Frampton, dem „Hüter der königlichen Rennpferde“ von Wilhelm III., Königin Anne, Georg I. und Georg II. Der Begriff „Natural“ bezieht sich üblicherweise auf ein in England geborenes Pferd mit importierten orientalischen Eltern. Pferde, die in direkter mütterlicher Linie von Tregonwells Natural Barb Mare abstammen, machen etwa 15 % der heutigen Vollblüter weltweit aus – der höchste Anteil aller Familien.

Tregonwells Natural Barb Mare hatte drei dokumentierte Fohlen: eine Vollschwester zu Rockwood von Place's White Turk, geb. ca. 1675, von der die Familie 1 abstammt, den Hengst Rockwood, geb. ca. 1685, der wahrscheinlich dasselbe Pferd ist wie Pulleines Arabian und Pulleines White Turk und eine Stute von Resty, geb. ca. 1686, der Urgroßmutter von Bumper, geb.1735.

Aufgrund der frühen Verzweigung ist Familie 1 in zahlreiche Unterfamilien (1-a, 1-b, 1-c usw.) gegliedert. Diese Unterteilungen sind genealogisch, nicht wertend. Einige dieser Zweige sind heute global führend, andere historisch bedeutsam oder erloschen.

Tb 1-a Bonny Lass geb.1723 v.Bay Bolton a.d.Darley Arabian Mare v.Darley Arabian

Über eine Rennkarriere dieser Stute ist wenig bekannt. Sie sollte am 2. Oktober 1728 gegen Mr. Cotton's Crab um 500 Guineas antreten, zahlte die Startgebühr und trat jedoch nicht an. Dies ist ihr einziger belegter Eintrag als Rennpferd. Züchterisch gilt sie als die Ausgangsstute des Zweiges 1-a und Mutter des Spitzenrennpferdes Merry Andrew, Großmutter von Spectator, vierte Mutterstute des Spitzenrennpferdes Goldfinder (ungeschlagen in 11 Rennen) sowie Großmutter der Zuchtstute Julia, die die Familie 1-a durch Julias Töchter Promise und Princess weit verzweigte.

Tb 1-b Morel geb.1805 Fuchs v.Sorcerer a.d.Hornby Lass v.Buzzard

Diese Stute gewann viele Rennen (Oaks-Siegerin) oftmals mit sehr deutlichem Vorsprung. Sie begründete den Zweig 1-b mit ihren Nachkommen Conyngham (2000 Guineas 1847), Florin (Poule d’Essai 1857), Fitz-Roland (2000 Guineas 1858), Mortemer (Ascot Gold Cup 1871), Aboyeur (Derby 1913), French Cream (Irish Oaks 1962), Princequillo (Saratoga Cup 1943, Jockey Club Gold Cup, Führender Deckhengst in Nordamerika 1957, 1958, 8-fach Führender Mutterstutenvererber), Troy (Derby 1979, Irish Derby, King George VI and Queen Elizabeth Stakes) und vielen weiteren internationalen Klassiksiegern, insbesondere in Japan und Australien.

Tb 1-c Mustard geb.1824 Fuchs v.Merlin a.d.Morel v. Sorcerer

3.Platz in den Prendergast Stakes. Zu den besten Nachkommen von Mustard zählen ihre Tochter Preserve (1835 1000 Guineas), Mango (1837 2000 Guineas), Craig Millar (1875 St. Leger), Spearmint (1906 Derby), Brownhylda (1923 Oaks), Firdaussi (1932 St. Leger), High Quest (1934 Preakness), Longthanh (1941 Poule d'Essai des Pouliches), Arts and Letters (1969 Belmont), Pass Catcher (1971 Belmont), Sardula (1994 Kentucky Oaks), Golden Bri (1995 Coaching Club American Oaks), Grindstone (1996 Kentucky Derby), Silverbulletday (1999 Kentucky Oaks, Alabama Stakes) und weitere Klassikersieger.

Tb 1-d Promise geb.1768 v.Snap a.d.Julia v.Blank

Tb 1-e Prunella geb.1788 v.Highflyer a.d.Promise v.Snap

Tb 1-f Pawn geb.1808 v.Trumpator a.d.Prunella v.Highflyer

Tb 1-g Problem geb.1823 v.Merlin a.d.Pawn v.Trumpator

Tb 1-h Sunshine geb.1867 v.Thormanby a.d.Sunbeam v.Chanticleer

Tb 1-i Sunray geb.1874 v.King of the forest a.d.Sunshine v.Thormanby

Tb 1-j Ellen Horne geb.1844 v.Redshank a.d.Delhi v.Plenipotentiary

Tb 1-k Rouge Rose geb.1865 v.Thormanby a.d.Ellen Horne v.Redshank

Tb 1-l Paraffin geb.1870 v.Blair Athol a.d.Paradigm v.Paragone

Tb 1-m Footlight geb.1876 v.Cremorne a.d.Paraffin v.Blair Athol

Tb 1-n Chelanxdry geb.1894 v.Goldfinch a.d.Illuminata v.Rosicrucian

Tb 1-o Penelope geb.1798 v.Trumpator a.d.Prunella v.Highflyer

Tb 1-p Hilarity geb.1871 v.King Tom a.d.Nightingale v.Mountain Deer

Tb 1-r The Prarie Bird geb.1844 v.Touchstone a.d.Zillah v.Reveller

Tb 1-s Web geb.1808 v.Waxy a.d.Penelope v.Trumpator

Tb 1-t Trampoline geb.1825 v.Tramp a.d.Web v.Waxy

Tb 1-u Maid of Glen geb.1858 v.Kingston a.d.Glengowrie v.Touchstone

Tb 1-w Queen Bertha geb.1860 v.Kingston a.d.Flax v.Surplice

Tb 1-x La Troienne geb.1926 v.Teddy a.d.Helene de Troie v.Helicon

Familie 1 ist keine „Ein-Typ-Familie“, dennoch lassen sich typische Tendenzen erkennen:

 

Häufige Merkmale

  • Klasse über mehrere Distanzen

  • hohe Vererbungssicherheit

  • exzellente Mutterstuten-Qualität

  • starke Hengst-Produktion

  • internationale Anpassungsfähigkeit (Europa, USA, Japan, Australien)

 

Diese Familie liefert überdurchschnittlich viele

  • Klassik-Sieger

  • Champion-Mütter

  • einflussreiche Hengste

Aus der Familie 1 stammen u. a.:

  • Flying Fox – Triple-Crown-Sieger, Jahrhundert-Hengst

  • Ormonde – ungeschlagen, dreifacher Klassik-Sieger

  • Pretty Polly – eine der größten Rennstuten der Geschichte

  • La Troienne (1-x-Zweig) – wichtigste Mutterstute des 20. Jh. in den USA

  • Mumtaz Mahal – extrem einflussreiche Speed-Quelle

 

Diese Namen verdeutlichen die epochale Wirkung der Familie 1.

In der heutigen Zucht ist Familie 1:

  • überrepräsentiert in Spitzenpedigrees,

  • besonders stark in den Unterfamilien 1-a, 1-l, 1-x, 1-p,

  • genetisch durch mtDNA-Untersuchungen als kohärente Linie bestätigt

 

Viele moderne Champions führen über die Mutterlinie auf Familie 1 zurück, auch wenn dies im Alltagsdiskurs oft nicht explizit genannt wird.

Vergleich mit anderen Familien:

Aspekt                           Familie 1                         andere Top-Familien (z. B. 2, 3, 4)

Alter                              sehr alt                            alt

Verzweigung                 extrem hoch                    hoch

Classic-Einfluss            konstant                          zyklisch

Mutterstuten-Qualität   außergewöhnlich             hoch

Globale Präsenz          maximal                           hoch

 

Familie 1 gilt daher vielfach als Referenzfamilie.

Die Stutenfamilie 1 ist damit:

  • eine tragende Säule der Vollblutzucht,

  • historisch wie modern von überragender Bedeutung,

  • durch ihre Unterfamilien flexibel und dauerhaft leistungsfähig.

 

Kaum eine andere Mutterlinie hat über mehr als 300 Jahre eine vergleichbare Konstanz, Qualität und globale Wirkung entfaltet.

Stutenfamilien
Gründerstuten
Tb2      Burton Barb Mare geb. ca.1675 Abstammung unbekannt

Die Familie 2 im klassischen Bruce‑Lowe‑System ist definiert als die direkte weibliche Nachkommenschaft der „Burton’s Barb Mare“. Diese Stammstute wird in historischen Quellen als frühe Barb Mare bezeichnet, deren Name und Herkunft nicht vollständig überliefert sind, aber möglicherweise ein Nachkomme oder direkte Verbindung zu importierten Berbern war. Sie gilt als eine der ersten bekannten Ursprungstuten, aus denen viele spätere Linien hervorgingen.

Bruce Lowe legte diese Linie als Nr. 2 in seinem System fest, basierend auf der Auswertung der englischen klassischen Rennen (Derby, Oaks, St. Leger), in denen diese Familien vertreten waren. Nach Lowe gehörte Familie 2 zu den sogenannten „running families“ — jenen Linien, die besonders häufig klassische Sieger hervorgebracht hatten. Lowe betrachtete die ersten fünf Familien (1–5) als besonders „feminin“ und stark in der Erzeugung Rennleistungsorientierter Nachkommen.

Da die Stammlinie sehr alt ist und weit verzweigt, lassen sich einige allgemeine Merkmale festhalten:

  • breite genetische Präsenz: Die Linie taucht im Pedigree zahlreicher Renn‑ und Zuchtpferde unterschiedlicher Leistungsniveaus auf.

  • langfristige Substanz: Viele Nachkommen dieser Linie haben sich über Generationen im Vollblut gehalten, oft als zuverlässige Broodmares (Mütterlinien).

  • klassische Bedeutung: Historisch liefert Familie 2 viele Nachkommen mit hohen Leistungsmerkmalen, auch wenn einzelne große moderne Klassiker seltener sind als bei Familie 1.

Die Familie hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Unterzweige entwickelt (z. B. 2‑a, 2‑b, 2‑n, 2‑u usw.), wobei einige prominente Beispiele dokumentiert sind:

  • Family 2‑n: Über die Clinker mare / Sister to Busto (Nachkomme aus dieser Linie) finden sich Abstammungen klassischer Sieger und bedeutender Zuchthengste bzw. deren Mutterlinien, darunter Rosedrop, Gainsborough, Teddy und andere in späteren Generationen.

  • Family 2‑u: Der St. Leger‑Gewinner Keysoe (1916–1929) gehört zu einem weiteren Unterzweig der Familie 2 und war sowohl auf der Rennstrecke erfolgreich als auch in der Zucht ein wertvoller Beitrag.

 

Diese Beispiele verdeutlichen, dass Familie 2 nicht nur historisch bedeutend ist, sondern auch tief verzweigte und leistungsstarke Linien in der Vollblutzucht darstellt.

Moderne genetische Analysen deuten darauf hin, dass viele der frühen taproot‑Mares des Bruce‑Lowe‑Systems tatsächlich genetisch nah verwandt sein könnten, und dass historische Zuordnungen im Stud Book gelegentlich fehlerhaft oder unvollständig sind. So wird die Burton’s Barb Mare u. a. mit einem gemeinsamen mtDNA‑Haplotyp (L‑Haplogruppe) mit anderen alten Linien in Verbindung gebracht, was auf eine frühe gemeinsame Abstammung hindeuten kann. Das ändert nichts an ihrer historischen Bedeutung im klassischen System, zeigt jedoch, dass moderne Genetik historische Pedigrees ergänzt und teilweise korrigiert.

Zusammenfassung:

  • Familie 2 ist im Bruce‑Lowe‑System die Nachkommenschaft der Burton’s Barb Mare, einer frühen Stammstute des englischen Vollblutes.

  • Sie gehörte ursprünglich zu den klassisch erfolgreichen Linien (Running Families).

  • Die Linie ist tief verzweigt mit vielen Unterfamilien, von denen einige bedeutende Rennpferde und Zuchtstuten hervorgebracht haben (z. B. Keysoe, diverse klassische Linien).

  • Moderne genetische Studien hinterfragen und ergänzen traditionelle Stammbaumzuordnungen, aber die historische Klassifizierung bleibt ein wichtiges Werkzeug zur Analyse weiblicher Linien in Vollblutpedigrees.

Tb3      Bowes Byerley Turk Mare geb. ca.1695 v.Byerley Turk

Die Stutenfamilie 3 führt in direkter weiblicher Abstammung zurück auf die Stammstute, die in den Tabellen als „Mr. Bowes’ Byerly Turk Mare“ bezeichnet wird. Diese Mutterstute ist eine der frühesten aus dem General Stud Book, deren Linie Bruce Lowe identifizierte, indem er klassische Sieger von Derby, Oaks und St. Leger über Generationen in der mütterlichen Linie zurückverfolgte. Sie ist historisch bedeutend, weil sie deutlich spätere hoch einflussreiche Linien hervorgebracht hat und in der Bewertung bei Bruce Lowe sowohl als „running“ als auch als „sire“‑Familie gilt, also sowohl Rennleistung als auch Vererbungspotential in Hengstlinien aufweist.

Nach genealogischen Charts aus dem Thoroughbred Heritage‑Projekt lässt sich die Stammreihe dieser Familie folgendermaßen nachvollziehen:

  • Die Byerly Turk Mare hatte Nachkommen wie True Blue und Young True Blue im frühen 18. Jahrhundert, die dann über Generationen zu weiteren Maternal‑Stuten führten.

  • Über Linien wie Miss Cleveland, Papillon, Snapdragon und Rarity entwickelten sich mehrere Zweige, die im 19. Jahrhundert bedeutende Broodmares und Zuchtlinien begründeten.

Bruce Lowe sah Familie 3 als eine der Top‑Familien, sowohl im Kontext klassischer Siege (als „running family“) als auch im Zusammenhang mit nachfolgenden erfolgreichen Zuchthengsten (als „sire family“). In seinen Analysen wird gerade diese Familie als „pliable“ bezeichnet — also fähig, sowohl als Rennlinie als auch als Quelle bedeutender Vererberlinien zu fungieren, was sie im historischen Vollblut besonders wertvoll machte.

Die Familie 3 zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Breite Leistungsfähigkeit: In den frühen Jahren zeigte sie sowohl Speed als auch Ausdauer, wodurch sie in klassischen Rennen über verschiedene Distanzen vertreten war.

  • Starke Hengstlinien‑Vererbung: Zahlreiche ihrer Töchter und Enkelinnen wurden zu Müttern von wichtigen Zuchthengsten, was die Bedeutung der Familie in der Pedigree‑Entwicklung des Vollblutes verstärkte.

  • Tiefe Diversifizierung: Die Linie verzweigte sich sehr früh in mehrere Unterzweige, von denen viele im 19. und 20. Jahrhundert weiter klassische und Stakes‑Abstammungen lieferten.

Familiendaten & Nachkommen

  • Pocahontas (1837–1870):
    Einer der bekanntesten Vertreter dieser Familie (family 3‑n) ist die legendäre Rennstute und vor allem Broodmare Pocahontas. Sie war selbst kein großer Rennsieger, aber als Mutter von drei außerordentlich einflussreichen Hengsten (Stockwell, Rataplan und King Tom) gilt sie als eine der wichtigsten Vollblut‑Stuten aller Zeiten.

  • Zweige über Black Cherry:
    Aus der Linie von Black Cherry gingen wichtige Nachkommen hervor — etwa Cherry Lass, Jean’s Folly (zweite Mutter von St. Leger‑Gewinner Night Hawk) und weitere Linien, die bis in weltweite bedeutende Pedigrees reichen.

Einfluss als Zuchtlinie

  • Die Familie 3‑n zeigt eine starke Präsenz in klassischen Pedigrees: Über die Kombination von Pocahontas‑Nachkommen und anderen Zweigen trat diese Linie häufig in führenden Zuchtstämmen Europas und später auch in Nordamerika auf. Bekannte Pferde wie Rennsieger und Zuchthengste stammen aus oder durch Verzweigungen dieser Linie.

In modernen Vollblut‑Stammbäumen ist Familie 3 nach wie vor tief verwurzelt. Viele zeitgenössische Rennpferde und Zuchthengste führen die Linie in der Mutterlinie, nicht zuletzt über die Nachkommen und weiteren Zweige von Pocahontas, deren Einfluss durch mehrere Generationen bis in die heutige Zeit reicht.

Darüber hinaus bestätigt moderne mtDNA‑Analyse, dass viele der alten Bruce‑Lowe‑Familien genetische Gemeinsamkeiten aufweisen, die bisherige historische Zuordnungen teilweise bestätigen, aber auch ergänzen können. Diese genetischen Studien betonen — wie bei Familie 3 — die Bedeutung der Mutterlinie jenseits einzelner Hengste als Quelle struktureller Stabilität im Vollblut‑Genpool.

Zusammenfassung – Familie 3

  • Stammstute: Mr. Bowes’ Byerly Turk Mare, ein früher recorded taproot mare des englischen Vollblutes.

  • Zentrale Bedeutung: Historisch eine der bedeutendsten Familien im Bruce‑Lowe‑System mit starken Auswirkungen auf klassische Rennen und Zuchtlinien.

  • Charakteristik: Balance zwischen Rennleistung und Zuchtwert, frühe Verzweigung und tiefe Diversität. 

  • Hervorstechende Vertreter: Pocahontas als Mutter großer Hengste (Stockwell, King Tom, Rataplan) und weitere bedeutende Unterzweige mit Einfluss auf weltweite Pedigrees.

Tb4      Layton (Violet) Barb Mare v.Layton Barb

Die Stutenfamilie 4 geht in direkter weiblicher Linie auf die Layton Barb Mare zurück.

  • Importierte Barb-Stute

  • Ende 17. Jahrhundert in England

  • Eine der frühesten im General Stud Book eindeutig verfolgbaren Mutterlinien

 

Die Layton Barb Mare steht genealogisch klar getrennt von den verschiedenen sogenannten „Royal Mares“, die häufig zu Fehlzuordnungen geführt haben. In den maßgeblichen Stammtafeln (GSB, Bruce Lowe, Bobinski, Zamoyski, Thoroughbred Heritage) ist Familie 4 eindeutig auf die Layton Barb Mare zurückgeführt.

Bruce Lowe stufte Familie 4 als eine der höchstrangigen Familien ein:

  • Top-5-Familie nach klassischer Erfolgsbilanz

  • Klassische Running Family

  • Gleichzeitig eine der bedeutendsten Sire-Producing Families

 

Familie 4 ist historisch eine der Linien, bei denen sich Rennklasse und Zuchtwert besonders konstant über Generationen fortsetzen.

Bereits im 18. Jahrhundert verzweigte sich Familie 4 stark. Die Nachkommen der Layton Barb Mare wurden früh mit führenden Hengsten angepaart, was zu

  • schneller Verbreitung in führenden Gestüten

  • Aufbau mehrerer dauerhaft leistungsfähiger Unterfamilien

  • früher Internationalisierung (England → Irland → Frankreich → später USA & Australien)

führte.

Familie 4 zeigt im historischen Vergleich sehr klare Eigenschaften:

  • hohe Grundschnelligkeit, oft kombiniert mit Klasse über die Meile hinaus

  • sehr starke Rennstuten-Produktion

  • überdurchschnittliche Hengstvererbung über Töchter

  • häufig frühreif, aber nicht kurzlebig

 

Im Gegensatz zu einigen stamina-lastigen Familien liefert Familie 4 überdurchschnittlich viele herausragende Speed- und Mile-Performer, die dennoch klassentauglich bleiben.

Familie 4-d – The Tetrarch-Zweig

Einer der bekanntesten Zweige.

  • The Tetrarch (1911)
    Unbesiegter Rennhengst, legendär für extreme Schnelligkeit
    Als Zuchthengst stark über Töchter wirksam

Dieser Zweig ist ein Paradebeispiel für den Speed-Faktor der Familie 4.

5.2 Familie 4-f – Sceptre-Zweig

  • Sceptre (1899)
    Eine der größten Rennstuten der Geschichte
    Gewinnerin von:

    • 1000 Guineas

    • 2000 Guineas

    • Oaks

    • St. Leger

 

Sceptre demonstriert eindrucksvoll die klassische Vielseitigkeit der Familie 4 über unterschiedliche Distanzen.

Weitere wichtige Linien

  • Linien über Tartar, Snap, Herod-nahe Verzweigungen

  • Zahlreiche Broodmares, die Mutter bedeutender Hengste wurden, ohne selbst große Rennstuten gewesen zu sein

 

Familie 4 ist besonders dafür bekannt, dass ihre Zuchtwirkung oft stärker ist als ihre reine Rennstatistik einzelner Tiere.

Familie 4 ist heute:

  • tief verankert in europäischen Elite-Pedigrees

  • regelmäßig in den Mutterlinien führender Hengste vertreten

  • besonders wertvoll als Speed-Verstärker in stamina-lastigen Linien

 

In vielen modernen Pedigrees taucht Familie 4 mehrfach und oft verdeckt auf – ein Zeichen für langfristige züchterische Qualität.

Moderne mtDNA-Studien ordnen die Familie 4 einer der großen alten Haplogruppen zu, die mehrere klassische Bruce-Lowe-Familien umfassen. Das bestätigt:

  • die hohe Alterstiefe der Linie

  • ihre genetische Stabilität

  • erklärt teilweise die enorme Verbreitung in heutigen Pedigrees

Zusammenfassung – Familie 4 (korrigiert)

  • Stammstute: Layton Barb Mare

  • Rang: Eine der fünf bedeutendsten Familien des Bruce-Lowe-Systems

  • Profil: Speed + Klasse + außergewöhnlicher Zuchtwert

  • Schlüsselvertreter: Sceptre, The Tetrarch

  • Züchterische Bedeutung: Eine der zuverlässigsten Mutterlinien für Spitzenleistung

Tb5      The Massey Mare geb.1700 Rappe v.Masseys Black Barb

Die Stutenfamilie 5 geht theoretisch auf die Old Montagu Mare zurück; praktisch beginnt die lückenlos belegte weibliche Linie mit der Massey Mare.

  • England, spätes 17. Jahrhundert

  • im Besitz der Familie Montagu

  • eine der frühesten englischen Foundation Mares, keine importierte Orientalin

  • früh im General Stud Book konsistent nachvollziehbar

 

Die Zuordnung der Familie 5 zur Old Montagu Mare ist korrekt und unstrittig in:

  • Bruce-Lowe-Originaltabellen

  • General Stud Book

  • Bobinski / Zamoyski

  • Thoroughbred Heritage (Family 5 Charts)

Bruce Lowe ordnete Familie 5 als hochklassige Running Family ein, jedoch nicht homogen in allen Zweigen.

Wichtig ist die Differenzierung:

  • nicht jeder Zweig der Familie 5 ist gleich bedeutend

  • einige Unterfamilien gehören zu den einflussreichsten der gesamten Vollblutgeschichte

  • andere Zweige sind früh erloschen oder nur regional relevant geblieben

 

Familie 5 ist also keine „durchgehend dominante“ Familie, sondern eine mit extremen Leistungsspitzen in bestimmten Linien.

Old Montagu Mare hatte mehrere Töchter, aus denen sich bereits im 18. Jahrhundert unterschiedlich leistungsfähige Linien entwickelten. Früh entscheidend war:

  • die Anpaarung mit Hengsten wie Herod, Eclipse, Matchem-Linien

  • starke Selektion auf klassische Rennleistung

 

Dadurch entstanden einige außergewöhnlich starke Subfamilien, andere verschwanden.

Über die historisch relevanten Zweige lassen sich folgende Merkmale festhalten:

  • klassische Rennqualität (Guineas–Derby-Distanz)

  • oft kräftiger, substanzvoller Typ

  • sehr gute Vererbung über Töchter

  • Hengstqualität nicht konstant, aber in Spitzenlinien außergewöhnlich

 

Familie 5 ist weniger eine Speed-Familie (wie Familie 4), sondern stärker klassisch und kraftbetont.

Familie 5-h – Maid of the Oaks-Linie (Schlüsselzweig)

Dies ist der wichtigste Zweig der gesamten Familie 5.

  • Maid of the Oaks (1799)
    Oaks-Siegerin, Schlüsselmutterstute

 

Aus dieser Linie stammen:

  • Bend Or (Derby-Sieger, fundamentaler Hengst)

  • Ormonde (Triple-Crown-ähnliche Dominanz)

  • Orme

 

Dieser Zweig ist:

  • real und historisch belegt

  • einer der tragenden Pfeiler moderner Vollblutzucht

Familie 5-f – Blink Bonny-Linie

  • Blink Bonny gewann Derby und Oaks

  • Mutter von Blair Athol (Derby-Sieger, relevanter Hengst)

 

Dieser Zweig ist hochklassig, aber:

  • enger begrenzt

  • nicht so langfristig dominant wie 5-h

Andere Zweige

  • Mehrere Unterfamilien der 5er-Familie:

    • lieferten gute Rennstuten

    • stellten Broodmares, aber

    • keine dauerhaften globalen Sire-Linien

 

Diese Zweige sind historisch korrekt, aber nicht gleichrangig mit 5-h oder 5-f.

Die Familie 5 lebt primär von wenigen Ausnahmezweigen. Ihre Bedeutung ist punktuell extrem, nicht flächendeckend.

Heute ist Familie 5:

  • hoch präsent in klassischen europäischen Pedigrees

  • besonders wertvoll über weibliche Linien

  • meist verdeckt, aber mehrfach vertreten

 

Ohne Familie 5-h wäre die moderne Vollblutzucht nicht denkbar, aber viele andere 5-Zweige spielen heute nur noch historische Rollen.

8. Zusammenfassung – Familie 5

  • Profil: klassische Kraft, Substanz, Stutenvererbung

  • Schlüsselzweige:

    • 5-h (Maid of the Oaks → Bend Or) – herausragend

    • 5-f (Blink Bonny) – sehr stark, aber begrenzter

  • Gesamtbewertung:
    Keine „durchgehend dominante“ Familie, sondern eine mit einzelnen extrem einflussreichen Linien

Tb6      Old Bald Peg geb. ca.1665 Abstammung unbekannt

Gründerstute Old Bald Peg brachte Töchter hervor, aus denen sich bereits früh mehrere tragfähige Zweige entwickelten.
Ein zentraler Knotenpunkt ist dabei Prunella (geb.1791). Prunella ist eine der wichtigsten Mutterstuten der gesamten Vollblutzucht, nicht nur der Familie 6. 
Sie brachte u. a.:

  • Penelope

  • Pope Joan

  • Pelisse

 

Von diesen Stuten gehen zahlreiche Subfamilien der 6er-Familie aus.

Aus den tragenden Zweigen lassen sich folgende Eigenschaften ableiten:

  • klassische Distanztauglichkeit

  • Härte und Konstitution

  • spätere Reife

  • sehr hohe Qualität der Stutenvererbung

  • weniger extreme Frühgeschwindigkeit

 

Familie 6 ist damit eine klassische Substanzfamilie, nicht primär eine Speed-Familie.

Heute ist Familie 6:

  • tief in europäischen Pedigrees verankert

  • besonders wertvoll als mütterliche Rückkopplung

  • oft unterschätzt, weil ihre Wirkung leise, aber fundamental ist

 

Ohne Familie 6 wären u. a.:

  • Hyperion

  • große Teile der klassischen europäischen Stutenbasis

nicht erklärbar.

Zusammenfassung – Familie 6 (endgültig korrekt)

  • Schlüsselstute: Prunella

  • Profil: Klassik, Härte, außergewöhnliche Stutenvererbung

  • Schlüsselzweige:

    • 6-e (Crucifix → Hyperion) – herausragend

    • 6-c (Sun Chariot) – extrem leistungsstark, aber begrenzt

  • Gesamtbewertung:
    Eine der fundamentalsten, aber nicht homogen starken Familien der Vollblutzucht

Tb7      Blacklegs Royal Mare geb. ca.1695 v.Duke of Rutlands Blacklegs
Tb8      Bustler Mare geb. ca.1690 v.Bustler
Tb9      Vintner Mare geb. ca.1685 Rappe od. Schimmel Abstammung unbekannt

Tb 9-e   Maid of Masham geb.1845 Schimmel v.Dohn John (GB) a.d.Miss Lydia (GB) v.Belshazzar (GB)

Tb10    Fair Helen geb.1728 braun v.Williams Squirrel
Tb11    Sedbury Royal Mare Abstammung unbekannt
Tb12    Montague Mare geb. ca.1670
            Brimmer Mare geb. ca.1695 v.Brimmer
Tb13    Sedbury Royal Mare Abstammung unbekannt
Tb14    The Oldfield Mare geb. ca.1695
   
Tb15    Royal Mare geb.1685
         
Tb16    Stripling’s Dam geb. ca.1740 Abstammung unbekannt
Tb17    Byerley Turk Mare geb. ca.1695
   
Tb18    Old Woodcock Mare geb. ca.1700  
 
Tb19    Davill’s Old Woodcock Mare geb. ca.1700  
 
Tb20    Daffodil’s Dam geb. ca.1715 v.Gascoignes Foreign Horse
Tb21    Moonah Barb Mare geb. ca.1700 braun Abstammung unbekannt
Tb22    Belgrade Turk Mare geb. ca.1725    
Tb23    Piping Peg’s Dam geb. ca.1690 Abstammung unbekannt
Tb24    Helmsley Turk Mare geb. ca.1689 v.Helmsley Turk
Tb25    Brimmer Mare geb. ca.1700
   
Tb26    Old Merlin Mare geb. ca.1700  
 
Tb27    Spanker Mare geb. ca.1680  
 
Tb28    Place’s White Turk Mare geb. ca.1685
   
Tb29    Natural Barb Mare geb. ca.1700  
 
Tb30    Duc de Chartre’s Hawer Mare geb. ca.1690  
 
Tb31    Dick Burton’s Mare geb. ca.1685
   
Tb32    Dodsworth’s Dam geb. ca.1665 Abstammung unbekannt
Tb33    Honeycomb Punch’s Dam  geb. ca.1685 Abstammung unbekannt
Tb34    Old Clubfoot geb. ca.1680 Abstammung unbekannt
Tb35    Bustler Mare geb. ca.1690 v.Bustler
Tb36    Curwen Bay Barb Mare geb. ca.1715  
 
Tb37    Merlin’s Grandam geb. ca.1665 Abstammung unbekannt
Tb38    Thwaite’s Dun Mare geb. ca.1715  
 
Tb39    Mare geb. ca.1695 v.Persian
Tb40    Royal Mare geb. ca.1685  
 
Tb41    BylerleyTurk Mare geb. ca.1700 v.Byerley Turk
Tb42    Spanker Mare geb. ca.1690 v.Spanker
Tb43    Lord Arlington’s Naural Barb Mare geb. ca.1680
   
Tb44    Bustler Mare geb. ca.1685
   
Tb45    Young Cade Mare geb. ca.1765
   
Tb46    Babraham Mare geb. ca.1750  
 
Tb47    Spectator Mare geb. ca.1760 braun
                 
Tb48    Shields Galloway  geb. ca.1710 Abstammung unbekannt
Tb49    Falconbridge geb. ca.1680 Abstammung unbekannt
Tb51    King William’s Arabian Mare geb. ca.1825 Schimmel Abstammung unbekannt (Geschenk vom Imam von Muscat/ Nedjedi Race)
 
Tb52    Sir John Sebright’s Arabian Mare geb. ca.1745  
 
Tb53    Old Hautboy Mare geb. ca.1700  
 
Tb54    Dodsworth Mare geb. ca.1675 v.Dodsworth
Tb55    Older Merlin Mare geb. ca.1715 v.Old Merlin
Tb56    Natural Barb Mare geb. ca.1730  
 
Tb57    Brimmer Mare geb. ca.1695  
 
Tb58    Place’s White Turk Mare geb. ca.1685  
 
Tb59    Duchess geb. ca.1800 Schimmel Abstammung unbekannt (Araber)
Tb60    Lord Lowther’s Barb Mare geb. ca.1800 Abstammung unbekannt
Tb61    Bright’s Roan Mare geb. ca.1695 Roan v.Leedes Arabian
Tb62    Old Woodcock Mare
Tb63    Regulus Mare geb. ca.1747  
 
Tb64    Curwen Bay Barb Mare geb. ca.1715  
 
Tb65    Blue Cap Mare geb. ca.1705
   
Tb66    Bloody Buttocks Mare geb. ca.1735  
 
Tb67    Hartley Blind Horse Mare geb. ca.1735  
 
Tb68    Lord Montague’s Mare geb. ca.1705  
 
Tb69    Brother to Snake Mare
Tb70    Brimmer Mare geb. ca.1690  
 
Tb71    Bolton Castle Mare geb. ca.1640
   
Tb72    Ruby geb. ca.1707 v.Leedes Dragon
Tb73    Bajazet Mare geb. ca.1753  
 
Tb74    Twilight geb.1786 Fuchs v.Lenox
Gründerstuten USA
Gründerstuten USA
Einordnung und Entstehung des A-Systems

Die sogenannten amerikanischen Stutenfamilien, gekennzeichnet durch das Präfix A (A1, A2, …), sind Teil der erweiterten Bruce-Lowe-Familienklassifikation, wie sie im 20. Jahrhundert weiterentwickelt und international adaptiert wurde.

Während Bruce Lowe ursprünglich nur englische Mutterlinien nummerierte, stellte sich im Zuge der systematischen Aufarbeitung des American Stud Book heraus, dass zahlreiche frühamerikanische Vollblutstuten nicht eindeutig oder lückenlos auf die klassischen englischen Stammstuten (Families 1–74) zurückgeführt werden konnten. Um diese Linien dennoch konsistent erfassen zu können, wurden sie als eigenständige amerikanische Familien mit dem Präfix A klassifiziert.

Die A-Familien sind somit:

  • Tail-Female-Linien, die in Nordamerika begründet wurden oder dort eigenständig weiterentwickelt wurden,

  • überwiegend auf importierte englische, irische oder karibische Stuten des 18. Jahrhunderts zurückgehend,

  • in ihrer frühen Phase oft unvollständig dokumentiert, jedoch genetisch und sportlich hochrelevant.

Historischer Hintergrund: Das amerikanische Vollblut
Frühphase (ca. 1700–1800)

Die amerikanische Vollblutzucht entwickelte sich parallel, aber nicht synchron zur englischen. Zwar wurden zahlreiche Hengste und Stuten aus England importiert (z. B. Nachkommen des Godolphin Arabian, Darley Arabian und Byerley Turk), doch:

  • viele frühe Stuten wurden ohne vollständige Pedigrees eingeführt,

  • Aufzeichnungen gingen durch Kriege, Transportverluste und private Zuchten verloren,

  • einige Stuten entstammten regionalen Rennpferdepopulationen, die erst später als „Thoroughbred“ anerkannt wurden.

 

Diese Umstände führten dazu, dass ein erheblicher Teil der amerikanischen Mutterlinien genealogisch isoliert blieb.

Konsolidierung im American Stud Book

Mit der formellen Etablierung des American Stud Book (ASB) im 19. Jahrhundert wurden diese Linien rückwirkend katalogisiert. Für Stuten, deren Tail-Female-Linie:

  • durchgehend nachvollziehbar,

  • sportlich relevant,

  • aber nicht eindeutig einer englischen Familie zuordenbar war,

 

wurde das A-System eingeführt.

 

Systematik der A-Familien
Numerierung
  • Die A-Familien sind üblicherweise von A1 bis A39 nummeriert.

  • Die Nummerierung folgt nicht einer Leistungsrangfolge, sondern der Reihenfolge ihrer systematischen Erfassung.

  • Jede A-Nummer repräsentiert eine eigenständige Stammstute (Foundation Mare).

 
Abgrenzung zu anderen Systemen

SystemHerkunftBedeutung

  • 1–74 Englandklassische Bruce-Lowe-Familien

  • A1–A37

  • 9 USAamerikanische Foundation-Mares

  • C1–C36 Australien/NZkoloniale Foundation-Mares

  • B / F / etc.seltenSonder- oder Unterklassifikationen

Die A-Familien sind gleichwertig, nicht nachrangig. Ihre separate Kennzeichnung ist rein genealogisch bedingt.

Charakteristika der amerikanischen A-Familien
Typische Merkmale

Amerikanische A-Familien zeichnen sich häufig aus durch:

  • frühe Reife

  • Schnelligkeit und Speed-Orientierung

  • hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Rennbedingungen

  • oft starke Eignung für Dirt-Rennbahnen

 

Diese Eigenschaften spiegeln die historischen Rennbedingungen Nordamerikas wider.

Züchterische Wirkung

Zahlreiche A-Familien haben:

  • klassische Sieger (Kentucky Derby, Belmont Stakes, Preakness),

  • bedeutende Stallions,

  • langlebige und produktive Mutterstämme

 

hervorgebracht und sind bis heute aktiv.

Beispiele bedeutender A-Familien (Auswahl)
A1 – Selima / American Eclipse-Linie
  • Eine der frühesten und einflussreichsten amerikanischen Linien.

  • Enorme historische Bedeutung für das Prestige des US-Rennsports.

A4 – Lady Lightfoot
  • Stark vertreten im 19. Jahrhundert.

  • Führte zu mehreren leistungsstarken Renn- und Zuchtpferden.

A5 – Bonny Lassie
  • Produzierte zahlreiche leistungsstarke Töchterlinien.

  • Gute Kombination mit europäischen Hengstlinien.

A13 – Boadicea-amerikanischer Zweig
  • Teilweise Überschneidungen mit englischen Linien, aber eigenständige US-Entwicklung.

 

Je nach Quelle variieren Details; maßgeblich sind ASB, Pedigree Query und historische Family Tables.

Vergleich mit englischen und kolonialen Familien

Englische Familien (1–74)
  • stärker auf Stamina und Classic-Distanzen ausgerichtet,

  • lange, geschlossene Dokumentation,

  • hohe internationale Anerkennung.

 
Amerikanische A-Familien
  • stärker leistungsorientiert auf Speed und frühe Leistung,

  • teilweise fragmentarische Frühpedigrees,

  • heute genetisch vollständig im internationalen Pool integriert.

Australische C-Familien
  • funktional vergleichbar mit den A-Familien,

  • ebenfalls aus Importen + lokaler Selektion entstanden,

  • zeigen, dass regionale Zuchtzentren eigenständige Mutterlinien ausprägen können.

Moderne Bedeutung der A-Familien

In der heutigen Vollblutzucht:

  • werden A-Familien gleichwertig zu englischen Familien behandelt,

  • spielen eine große Rolle in kommerziellen Pedigrees, insbesondere in Nordamerika und Japan,

  • sind zunehmend Gegenstand von mtDNA-Untersuchungen, die ihre Eigenständigkeit genetisch bestätigen.

 

Viele moderne Elitepferde führen über ihre mütterliche Linie auf A-Familien zurück, auch wenn dies im täglichen Sprachgebrauch oft nicht hervorgehoben wird.

Schlussbetrachtung

Die amerikanischen Stutenfamilien A1–A39 sind ein zentraler, historisch gewachsener Bestandteil der globalen Vollblutzucht. Sie dokumentieren die Eigenständigkeit der nordamerikanischen Zuchtentwicklung und widerlegen die frühere Annahme, dass ausschließlich englische Mutterlinien von nachhaltiger Bedeutung seien.

Aus heutiger Sicht sind die A-Familien:

  • genealogisch legitim,

  • sportlich bewiesen,

  • genetisch stabil und relevant.

 

Für ernsthafte Pedigree-Analyse, Zuchtplanung und historische Forschung sind sie unverzichtbar.

Amerikanische Stutenfamilien (A-Familien) – Übersicht A1 bis A39

 

A1       Janus Mare Number one v.Janus

A2       Janus mare Number two v.Janus

A3       Medley Mare Number one v.Medley

A4       Calypso geb.1792 Schimmel v.Medley-Tayloes Yorick-Fearnought (aus der Tb 21 abgezweigt)

 

A5       Fearnought Mare v.Fearnought

A6       Fearnought Mare v.Fearnought

A7       Fearnought Mare v.Fearnought

A8       Sawyer’s Midge v.Fearnought

A9       Fearnought Mare v.Fearnought

A10     Harrison of Brandon Mare v.Harrison of Brandon

A11     Brimmer Quarter Mare v.Brimmer

A12     Tristram Shandy Mare v.Tristram Shandy

A13     Randolph of Chatsworth Mare geb.1746 braun v.Godolphin Arabian

A14     Shepherd’s geb.1781 v.King Herod

A15     Davill’s Woodcock Mare v.Davill’s Old Woodcock

A16     Bellair Mare v.Bellair II

A17     Pegasus Mare v.Pegasus

A18     Randolph of Chatsworth Mare geb.1746 braun v. Godolphin Arabian (entspricht A13)

A19     Sister to Leedes v.Leedes Arabian

A20     Silvertail Mare v.Silvertail

A21     Quicksilver Mare v.Quicksilver

A22     Bowie Mare v.Bowie

A23     McKinney’s Roan Mare Roan v.Comet

A24     Vampire Mare geb.1768 v.Vampire

A25     Jefferson’s Barber Mare

                                                                         

A26     Jolly Roger Mare v.Jolly Roger

A27     Tippoo Saib Mare geb.1780 v.Toppoo Saib

A28     Grey Diomed Mare v.Grey Diomed

A29     Diomed Mare v.Diomed

A30     Jefferson’s Barb Mare (entspricht A25)

A31     Monkey Mare geb.1740 v.Monkey

A32     Citizen Mare v.Citizen

A33     Brilliant Mare v.Brilliant

A34     Sally Wright v.Yorick

A35     Pacolet Mare v.Pacolet

A36     Medley Mare Number 3 v.Medley

A37     Anderson’s Grey Mare

                                                                           

A38     Top Gallant Mare v.Top Gallant

A39     Fearnought Mare v.Fearnought

ap1      Old Grey geb.1835 v.Grey Ariel

 

Weitere Basisstuten für Vollblut-Familien

 

Colonial Families

In den ersten siebzig Jahren wurde das australische Zuchtbuch größtenteils von einer Familie geführt und in den letzten 55 Jahren kamen nur vier weitere dazu. Mit 30.000 Zuchtstuten, 18.000 Fohlen und fast 20.000 Züchtern steht es an zweiter Stelle nach dem amerikanischen Zuchtbuch. Vom frühen Prinzip "ausdrücklicher Zweck, eine offizielle Aufzeichnung der Zuchtindustrie in Australien zu führen und zur Verbesserung des Standards des Blutpferdes im Land beizutragen" bis hin zur "Gewährleistung der Integrität der Vollblutzucht in Australien" gab es viel Änderungen der Funktionsweise des australischen Zuchtbuchs.

 

Die Zucht war von Anfang an ein wichtiger Faktor für die Entwicklung eines zufriedenstellenden Rennstandards in Australien. Anfänglich wurden Details von Paarungen und Blutlinien auf zufällige Weise aufgezeichnet. Obwohl der erste Renntag in Australien im Oktober 1810 im Hyde Park in Sydney, 22 Jahre nach der ersten Besiedlung, abgehalten wird, wurde erst 1842 versucht, ein Zuchtbuch zu erstellen. Der neu gegründete australische Jockey Club hielt es für wünschenswert, ein Zuchtbuch für die Kolonie zu erstellen, und forderte von den Züchtern Angaben zur Pferdeidentifikation an.

 

Als die Nation wuchs und jeder einzelne Bundesstaat entstand, intensivierte sich die Besiedlung des ländlichen Raums und der örtliche Rennclub wurde ein wesentlicher Bestandteil des Gemeinschaftslebens. Land wurde für die Rennbahn reserviert und bald befanden sich Rennstrecken im ganzen Land. Teilweise waren über 500 Rennclubs vorhanden. Die Principal Racing Clubs wuchsen aufgrund des Bedürfnisses nach Führung und einheitlichen Regeln und die großen Clubs in den Hauptstädten übernahmen diese Rolle. Allmählich wurden die Principal Racing Clubs zum Schiedsrichter bei der Lösung problematischer Rennfragen und formulierten lokale Regeln in jedem Bundesstaat. Dies führte zu gesamtaustralischen Rennregeln und lokalen Regeln jedes Clubs.

 

Frühe australische Pferderennen konzentrierten sich wie ihre englischen Pedants auf Ausdauer. Viele dieser Pferde waren teils arabischer, teils Vollblut- oder anglo-arabischer Zucht. Unter „C“ sind zwischenzeitlich die Stutenfamilien klassifiziert, die sich bewährt hatten, aber zu der damaligen Zeit nicht für die Aufnahme in das Zuchtbuch in Frage kamen, da sie nicht auf eine Stute im Allgemeinen Zuchtbuch zurückzuführen waren.

 

Die kolonialen Gründerstuten wurden über einen langen Zeitraum von 1818 bis 1870 importiert. Ab 1820, zunächst sporadisch und dann mit zunehmender Häufigkeit, insbesondere nach 1870, wurden "reine" Vollblutstuten nach Australien gebracht, hauptsächlich aus England, und die Verwendung importierter Nicht-Vollblutstuten nahm ab. Bis dahin hatten die Kolonialstuten eine Reihe schneller und langlebiger Familien gegründet, die sich auf der Rennstrecke hervorgetan hatten. Die australischen und neuseeländischen Zuchtbücher erkennen und akzeptieren einige dieser Familien und sie wurden in den Familientabellen der Rennpferde nummeriert.

 

Viele dieser Familien schließen früh importierten arabischen Einfluss in die Vaterlinie ein. Die älteste der Familien ist C15, Cariboo (in Neuseeland Myrtle), benannt nach einer Stute, die zwischen 1812 und 1815 von einem Araber namens (Old) Hector geboren wurde, der 1806 aus Kalkutta von einer Tochter von nach Sydney importiert wurde ein importierter englischer oder Kap-gezüchteter Hengst namens Rockingham, der angeblich ein reinrassiger Enkel des gleichnamigen Hengstes in England ist. Die Mutter der Rockingham-Stute war eine der sogenannten Kapstuten - Stuten, die 1795 aus Südafrika oder Indien auf dem Schiff Brittania ankamen.

 

Einige andere Stuten in dieser Gruppe von Gründungsstuten waren mit ziemlicher Sicherheit reinrassig, aber ihre Stammbäume gingen entweder verloren oder wurden auf andere Weise als nicht ausreichend angesehen. Unter diesen befand sich Cutty Sark (C3), die 1826 zusammen mit der Stute Spaewife nach Sydney kam. Der Stammbaum der letzteren wurde bestätigt und sie wird in die GSB aufgenommen, aber der Stammbaum von Cutty Sark konnte trotz vieler Bemühungen nicht effektiv zurückverfolgt werden. Die Familie Betty (C10) stammt von einer "reinen" englischen Stute namens Old Betty ab, die vor 1818 von einem frühen Kolonisten, D'Arcy Wentworth, einem entfernten Verwandten der bekannten frühen Vollblutzüchter in England, Wentworth und D'Arcy, importiert wurde.

 

Eine Reihe von Stuten unauffindbarer Abstammung in dieser Gruppe wurden von Personen gezüchtet und besessen, die in Australien und Neuseeland Vollblutzucht und -rennsport betrieben. Ihre Nachkommen wurden oft zu Top-Stakes-Gewinnern. Einige der Familien sind heute noch auf dem Rasen vertreten, in Australien, Neuseeland und in anderen Ländern.

 

Zusätzlich zu den Stuten, die in den Familientabellen der Rennpferde mit den Nummern C-1 bis C-36 aufgeführt sind, gab es viele Stuten, die lang- oder kurzlebige Familien in Australien und Neuseeland gründeten. Die meisten sind inzwischen ausgestorben, aber einige bringen weiterhin gute Gewinner hervor. Im australischen Zuchtbuch werden sie als "NSB" (Nicht-Zuchtbuch) oder "NTB" (Nicht-Vollblut) bezeichnet. Diese Familien wurden detailliert identifiziert und jede Familie in The Australasian Racehorse vom Sekretär der New Zealand Racing Conference, W.H.E. Wanklyn und 1949 von dem Rasenschreiber A. F. Howarth ("Blair Athol") aktualisiert. Danach wählte Douglas Barrie die für ihn bedeutendsten Kolonialfamilien in The Australian Bloodhorse (1956) aus und nummerierte sie neu. Das derzeitige, universell übernommene System basiert auf der jüngsten Zusammenstellung der Familientabellen der Rennpferde, die von Toru Shirai (Japan: Thoroughbred Pedigree Center, 1990) zusammengestellt wurde.

 

In Band 23 (1950-1952) des australischen Zuchtbuchs wurden neunzehn Kolonialfamilien offiziell in das Zuchtbuch aufgenommen. Eine allgemeinere Diskussion über die Rolle von Stuten ohne Zuchtbuch ist in Michael Fords Geschichte des australischen Zuchtbuchs enthalten.

Australische Stutenfamilien – Colonial Lines C1–C36

C1. Sappho

  • Stammstute: Sappho (von Marquis)

  • Eine der am zahlreichsten vertretenen und erfolgreichsten kolonialen Linien in Australien.

  • Bekannte Nachkommen: Etra Weenie, Diffidence, Kingsborough, Lawrence, Lecturer, Meriwee, Powerscourt

C2. Yatterina

  • Stammstute: Yatterina (1865)

  • Weiterhin aktiv, besonders in Neuseeland.

  • Bekannte Nachkommen: Chatspa, Fusilier, General Soult, Queen March, Salutation

C3. Cutty Sark (imp. 1826)

  • Importierte Stute; Abstammung nicht vollständig rückverfolgbar, dennoch bedeutende Linie.

  • Eingeführt nach Sydney 1826

C4. Gipsy

  • Weitere koloniale Linie, benannt nach der Stammstute Gipsy

C5. Dinah

  • Linie um die Stute Dinah (von Gratis)

C6. (oft „Adeline/weitere Linie“) – historische bzw. weniger bekannte Familien

  • In älteren Tabellen ebenfalls gelistet.

C8. Lilla

  • Stammstute: Lilla (von New Chum)

C9. The Young English Mare

  • Ursprung in einer importierten englischen Stute unbekannter Herkunft.

  • Linie mit zahlreichen klassischen Nachkommen wie Governess, Normanby, Pugilist, Randwick

C10. Betty

  • Stammstute: Old Betty (c. 1829), importiert aus England.

  • Erfolgreiche Australasiatische Linie mit Nachkommen wie Bargo, De la Salle, The Assyrian, Togo

C11. Belhari

  • Stammstute: Belhari (1861).

  • Nachkommen verbreitet, u. a. Bundoora, Lord Acre, Scotland

C12. Contessa

  • Stammstute: Contessa (1869).

  • Bekannte Nachkommen: Binnia, Marvel Loch, Strathroy

C13. Empress

  • Stammstute: Empress (c. 1875).

  • Nachkommen: Alexis, Czarina, Realm, Stralia

C14. Heris

  • Stammstute: Heris (c.1872).

  • Nachkommen: Famous, Giru, Gravity

C15. Cariboo

  • Eine der ältesten Linien (c. 1813), auch eng mit der Myrtle-Linie in NZ verknüpft.

  • Nachkommen: Acrasia, Marvel (1886), Jorrocks

C16. Steeltrap Mare

  • Stammstute aus einer Linie von Steeltrap.

  • Nachkommen mit bedeutender Präsenz in Australien/NZ

C20. Sybil / Sybil-ähnliche Linien

  • Weiter aktiv auch bis in die moderne Zeit (z. B. Champion-Vertreter in NZ in den 1980er/90er)

C21. Sylph

  • Stammstute: Sylph (1865).

  • Nachkommen: Irish Queen, Sal Volatile, Sedition

C22. Musket Maid

  • Stammstute aus NZ (Musket Maid).

  • Nachkommen: Master Soult, Prince Soult, Waiuku

C23. Winnie

  • Stammstute Winnie (1878, NZ).

  • Nachkommen: Cheval de Volee, Neenah, Kakama

C24. Beatrice

  • Stammstute Beatrice (1862).

  • Nachkommen: Cyclone, Marauder, Vaccine

C25. Dudu

  • Stammstute: Dudu (1846).

  • Nachkommen: Adelaide, Maheno, Mystification

C26. Moth

  • Stammstute Moth (1847).

  • Wichtige Linie mit nationaler Bedeutung

C27. Slander

  • Stammstute Slander (1836, NZ).

  • Nachkommen: Billingsgate, Speculation, St. Paul

C28. Woodstock

  • Stammstute Woodstock (NZ).

  • Nachkommen u. a.: Roman Consul, Wolverine

C29. Peri

  • Stammstute Peri (1841).

  • Historische Linie (teilweise heute erloschen)

C30. Black Bess (Austin’s)

  • Stammstute mit unvollständiger Abstammung.

  • Historische Linien

C31. Jewess

  • Stammstute Jewess.

  • Nachkommen: Democrat, Regina

C32. Fair Ellen

  • Stammstute Fair Ellen (1850).

  • Nachkommen: Freestone, Lady Ellen, Toryboy

C33. Queen of Clubs

  • Stammstute Queen of Clubs.

  • Historische, inzwischen vielfach erloschene Linie

C34. Spray

  • Stammstute Spray (1850).

  • Stark erfolgreiche Linie im 19. Jh.

  • Nachkommen: Stormbird, Templeton

C35. Bella

  • Stammstute Bella (c.1850, arabisch).

  • Nachkommen: Castashore, Top Rank

C36. Rosebud

  • Stammstute Rosebud (1850).

  • Nachkommen: Black Rose, Gold Salute, Star Rose

NSB Princess

NSB Finesse

NSB Maritana

NSB Flirt

Hauptquellen für die Zusammenstellung dieses Abschnitts

  • The Australian Bloodhorse by Douglas Barrie (Sydney: Angus and Robertson, 1956)

  • The Australasian Racehorse by W.H.E. Wanklyn, ed. A.F. Howarth (Christchurch: Christchurch Press Co. Ltd., 1959)

  • The History of Australian Thoroughbred Racing by Harold Freedman and Andrew Lemon (Victoria: Classic Reproductions, 1987)

  • Horsemen of the First Frontier (1788-1900) and The Serpents Legacy by Keith R. Binney (Australia: Volcanic Productions, 2006)

  • Tapestry of the Turf: The History of New Zealand Racing 1840-1987, by John Costello and Pat Finnegan (Auckland: MOA Publications Ltd., 1988)

  • Thoroughbred Sires of Australia and New Zealand, by W.J. McFadden (Sydney: Angus & Robertson Ltd., n.d.)

  • Special Thanks to Richard Davis, Keith Binney, and the Australian Stud Book for additional assistance

 

C37-c74

Colonial

 

 

Argentinische Familien

Argentinian Foundation Mares: Diese Stutenfamilien sind in den Familientabellen der Rennpferde mit Ar1 bzw Ar2 nummeriert. Ar1 erstreckt sich in weiblicher Abstammung von den ersten beiden nach Argentinien importierten englischen Vollbluthengsten Bonnie Dundee und Elcho, die 1853 ankamen und zunächst mit einheimischen Stuten gekreuzt wurden. Ar2 stammt von Eve ab, einem Stutfohlen geboren 1872 unbekannter Abstammung. 1865 kamen die ersten englischen Vollblutstuten nach Argentinien. Diese beiden einheimischen Linien blieben jedoch bestehen und waren bis weit ins 20. Jahrhundert hinein erfolgreich.

 

Ar1      Bonnie Dundee Mare  v.Bonnie Dundee (aus Tb 20 Bonnie Dundee geb.1848 entstanden)

Ar2      Eve geb.1872                                  

 

 

Polnische Familien

Polish Foundation Mares: Diese Stutenfamilien sind in den Familientabellen der Rennpferde P1 bzw. P2 nummeriert.

 

P1       Hekla

P2       Arabian Mare

 

 

Uruguayische Familie

Pipe-en-Bois war eine Halbblutstute des Anglo-Arabers Rubis aus einer unbenannten Stute von Gaslight. Sie wurde 1888 von P.Dhers aus Frankreich nach Argentinien importiert. Die für Uruguay relevante Stammstute für diese weibliche Familie, Cobeña (Arg), wurde im September 1940 von Herrn Augusto Sbárbaro, dem Besitzer von Haras 18 de Julio, nach Uruguay importiert. Cobeña war eine Gründungsstute in Haras Uruguay, wo diese relativ starke weibliche Familie im 20. Jahrhundert entwickelt wurde. Diese Familie wurde 2001 von Gustavo Mèndez und Tom Viebke identifiziert.

 

Ur1      Pipe-en-bois geb.1884 Fuchs v.Rubis

Argentinien
Polen
Uruguay
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